|
Eine Abordnung der St. Landolinus Schützenbruderschaft besuchte am 30. Juni 2002 die Bundeshauptstadt Berlin. Pater Josef Schulte feierte an diesem Tag seinen 60. Geburtstag und hatte
die Boker Schützenbrüder zu einem Dankgottesdienst mit einem sich anschließenden Empfang in die Pfarrei St. Ludwig nach Berlin-Wilmersdorf eingeladen.
Die Boker Schützenbrüder waren mit ihren Frauen am frühen Morgen in Boke aufgebrochen und erreichten nach einer Fahrtstrecke von ca. 400 km die Bundeshauptstadt Berlin.
Während der Anreise konnte sich die Reisegruppe bei einem rustikalen Frühstück stärken, welches die Schützenfrauen auf einem Rastplatz zubereitet hatten.
Da die Reisegruppe ihr Ziel vor dem angesetzten Zeitplan erreichte, verblieb noch Zeit für eine kurze Stadtrundfahrt. Die Besichtigungsfahrt führte über den Kurfürstendamm mit
der Gedächtniskirche zu dem neu gestalteten Potsdamer-Platz. Auch ein Blick auf das zur Zeit renovierte Brandenburger Tor, das Reichstagsgebäude und die neu errichteten Gebäude der
Bundesregierung fehlte nicht.
Nach dieser Besichtigungstour traf die Reisegruppe vor der St. Ludwig-Kirche in Berlin-Wilmersdorf ein. Hier trafen die Schützenbrüder mit den bereits einen Tag zuvor angereisten Schützenbrüdern
zusammen, welche den Boker Kirchenchor “Cäcilia” begleiteten. Der Boker Kirchenchor hatte eine Zweitagesfahrt nach Berlin unternommen.
Vor der Kirche begrüßte Pater Josef die Gäste aus seiner Heimatgemeinde Boke. Besonders freute er sich über den Besuch der Schützen, die in ihren Schützenuniformen der
Einladung gefolgt waren. Auch eine Fahnenabordnung begleitete die Schützen. Pater Josef Schulte entstammt einer alten Schützenfamilie aus Boke. Auch fern seines früheren
Heimatortes ist er noch immer eng mit den Boker Schützen verbunden. Bei dem Boker Schützenfest im vergangenen Jahr zelebrierte er die Schützenmesse.
Seit 1985 ist Pater Josef seelsorgerisch in Berlin tätig. Mit weiteren Patres des Franziskanerkonvents betreut er die St. Ludwig Pfarrei im Stadtteil Wilmersdorf.
|
|
|
Pater Josef Schulte (vorne 4. v. li.) mit den Boker Schützen vor dem Portal der St. Ludwig Kirche in Berlin (Bild zum Vergrößern anklicken: 768x522; 93kB)
|
|
Nach der Begrüßung versammelten sich die Schützenbrüder zum Dankgottesdienst in der Kirche St. Ludwig. Die Fahnenabordnung bezog nach dem Einzug Position im Chorraum der Kirche.
Für die Gläubigen der Pfarrgemeinde war die Teilnahme der uniformierten Schützen am Gottesdienst ein ungewohnter Anblick. In Berlin ist das Schützenwesen nicht so ausgeprägt und so mußte Pater Josef den
Gedanken des Schützenwesens erläutern. Der Dankgottesdienst wurde nicht nur allein zum Geburtstag von Pater Josef gefeiert, sondern es wurde auch ein Kirchenjubiläum an diesem Tag begangen.
Die Kirche in Wilmersdorf wurde vor 105 Jahren “Ludwig dem Heiligen” geweiht. Der Gottesdienst wurde von Pater Josef mit zwei weiteren Patres des Franziskaner-Ordens zelebriert.
Etwas Besonderes im Verlauf des Gottesdienstes stellte die Predigt dar, welche in Form eines Dialogs geführt wurde. Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats richtete an Pater Josef Fragen,
welche eine Rückschau auf sein Leben zum Thema hatten. Auf die themenreichen Fragen gab er ausführliche Antworten. Der Gottesdienst wurde musikalisch mitgestaltet von dem Kirchenchor der Pfarrgemeinde.
Nach dem Dankgottesdienst fand in der Mehrzweckhalle der Pfarrgemeinde ein Empfang statt. Hier hatten die Gläubigen der Pfarrgemeinde, sowie Freunde und Verwandte die Gelegenheit,
Pater Josef zu seinem Geburtstag zu gratulieren und ihm für seinen seelsorgerischen Dienst zu danken. Auch die Abordnung der Boker Schützen gehörte zu den Gratulanten.
Oberst Johannes Hellinge und der stellvertretende Oberst Günter Jürgensmeier beglückwünschten Pater Josef zu seinem 60. Geburtstag und überreichten ihm ein Buchpräsent über das
Schützenbrauchtum im Altkreis Büren. Über dieses schöne Präsent freute sich der Jubilar besonders, da er seit seiner Jugend mit den Schützen in Boke eng verbunden ist. Schon sein
Großvater und Vater waren Obristen der St. Landolinus Schützenbruderschaft. Die Schützentradition wird in der Familie Schulte durch seinen Bruder Hubert fortgeführt; er ist Platzmeister der Schützenbruderschaft.
Der Boker Kirchenchor “Cäcilia” gratulierte musikalisch, in dem er dem Jubilar ein Ständchen brachte.
Nach dem Empfang konnten sich die Geburtstagsgäste bei einem Mittagessen stärken, welches die Mitglieder der Pfarrgemeinde zubereitet hatten.
Am späten Nachmittag wurde auch noch eine Kaffeetafel mit Kuchen angeboten.
Einige Schützenbrüder nutzten am Nachmittag die Gelegenheit zu einem Bummel über den in der Nähe gelegenen Kurfürstendamm. Auf dem “Ku'damm” war zur Zeit des Besuchs der Bär los,
denn kurz zuvor war das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft zu Ende gegangen. Ein Autokorso mit fahnenschwenkenden Fußballfans bewegte sich durch die Berliner Straßen.
Am Rande des Umzugs sorgten auch die Boker Schützen in ihren Uniformen für Aufmerksamkeit bei den Passanten. In Berlin ist das Schützenwesen wenig bekannt und so mussten die
Schützenbrüder den erstaunten Fußgängern viele Fragen beantworten.
Ein weiterer Höhepunkt bot sich der Boker Schützengruppe zum Abschluß des Besuchs. Eine Gesangssolistin, welche beim Berliner Rundfunk tätig ist, erfreute die Herzen der Zuhörer bei einem
Gesangsvortrag in der St. Ludwig Kirche. Die Solistin wurde bei dem Konzert von ihrem Mann auf der Kirchenorgel begleitet. Ein langanhaltender Applaus zeugte von der Begeisterung der Zuhörer.
Nach dem Konzert war die Zeit zum Abschied nehmen gekommen. Die Schützenbrüder bedankten sich bei Pater Josef für die herzliche Aufnahme und fuhren mit neu gewonnenen
Eindrücken von Berlin nach Hause. Bei dem Besuch zeigte sich, daß die Berliner keine Berührungsängste gegenüber Fremden haben. So mancher errinnerte sich auch an die Worte von
Pater Josef, daß die St. Ludwig Kirche ein Ort der Ruhe und Stille ist um dem Lärm der Großstadt Berlin zu entfliehen.
Weitere Informationen über die Pfarrei St. Ludwig in Berlin-Wilmersdorf: http://www.stludwig-berlin.de
|