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Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 6. Januar 1948 die Neugründung des Boker Schützenvereins als ”St. Landolinus-Schützenbruderschaft”. Weil mit dem Abriß der Burgkapelle im 19. Jahrhundert der Bezug zu den alten Patronen
verlorengegangen war, nahmen sich die Schützen den Patron der Pfarrkirche. St. Landolinus, zu ihrem Schutzheiligen. Damit wurde auch nach außen die erneuerte kirchliche Bindung verdeutlicht.
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Martin Berhorst und Anneliese Wilper mit Hofstaat bei dem ersten Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg, 1949 |
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Nach zwölfjähriger Abstinenz konnte 1949 wieder ein Vogelschießen stattfinden. Bei Leiwesmeier in den Gunnewiesen schossen die Schützen mit der Armbrust auf einen Gipsvogel. Ein Holzvogel wäre mit diesem
altertümlichen Gerät auch wohl nicht abzuschießen gewesen. Zudem hatten die Boker Schützen im Armbrustschießen keinerlei Erfahrung aufzuweisen. Über Erschwernisse dieser Art sah jeder gelassen hinweg,
denn das Wichtigste war ja, daß im Dorf endlich wieder ein rauschendes Fest gefeiert werden konnte. Die Boker feierten dann auch mit dem Königspaar Martin Berhorst und Anneliese Wilper ein typisches
Nachholschützenfest endlich wieder mit gutschmeckendem Bier und der Bowle als Spezialgetränk.
Zwischen den vielen gelungenen Schützenfesten findet das Kreisschützenfest 1969 in Boke besondere Beachtung. Als am 1. September 1968 Heinz Klobe in Weiberg den Kreisvogel abschoß, löste das in
Boke eine rege Vorbereitungstätigkeit aus. Um die anfallenden Arbeiten besser verteilen zu können, bildete man schnell einen Festausschuß. Die damals noch selbständige politische Gemeinde stimmte ihre Ziele mit
dem Schützenverein ab und setzte selbst viel Initiative ein, damit sich am Festtag der Ort Boke den vielen Besuchern optimal präsentieren konnte. In Anwohnerversammlungen sicherten die Bürger zu, bezüglich
Ortsverschönerung, Gestaltung der Hausgärten, Blumenschmuck an Gebäuden, Fahnenschmuck und Straßenzustand ihr Bestmögliches zu tun. Die Maßnahmen zur Dorfentwicklung anläßlich des
Kreisschützenfestes 1969 haben sehr viel zur Spitzenbewertung im Wettbewerb ”Unser Dorf soll schöner werden” in den nachfolgenden Jahren 1971, 1972 und 1973 beigetragen.
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Königspaar 1969, Heinz und Brigitta Klobe |
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Am 6. und 7. September waren die Schützen für das Fest bestens vorbereitet. Die Gemeinde Boke zeigte sich fein herausgeputzt. Das Kreiskönigspaar Heinz und Brigitta Klobe bildeten den Mittelpunkt eines
glänzenden Festes, das in einer solchen Größenordnung in Boke bis dahin noch nie stattgefunden hatte. 2710 Schützen aus 45 Vereinen mit ihren Königspaaren inklusive Hofstaat zogen am Sonntag in einem imposanten Zug durch den Ort.
Dazwischen lockerten 60 Fahnenabordnungen, 16 Tambour- corps, 13 Blaskapellen und 2 Fanfarenzüge die Marschkolonne auf. Der Weg führte vom Antretplatz über Paradiesstraße, Kirchplatz, Anreppener Straße, Königsweg,
Heideweg, Diebeskämpen, Kirchbrede, Lippeweg zum Festplatz. Dort standen für alle Beteiligten in fünf Zelten 3000 Sitzplätze zur Verfügung.
Etwa 20.000 Besucher kamen damals nach Boke, und viele von ihnen feierten in den Festzelten bis spät in die Nacht. Besonderen Grund dazu hatten die Scharmeder, denn ihr König machte in Boke den Kreiskönigsschuß.
Ein großes Fest gab es 1971 anläßlich der 75O jährigen Schützentradition in Boke. Wieder hatte sich die Gemeinde herausgeputzt, wobei besonders der reichhaltige Blumenschmuck hervorstach.
Vom ”Blumendorf an der Lippe” war damals viel die Rede. Das Königspaar Bernhard und Anni Kößmeier stand einem Fest vor, das die Ausmaße eines kleinen Kreisschützenfestes hatte. Samstags
bildete ein Heimatnachmittag den Höhepunkt des Tages. Am Sonntag trafen sich Schützenabordnungen aus 18 Vereinen und zahlreiche Ehrengäste zum Festzug durch den Ort. Das sich anschließende beeindruckende Platzkonzert der 4th / 7th Royal Dragoon Guards ist vielen in Erinnerung geblieben.
Seit 1975 gibt es im Keller des Pfarrheims einen Schießstand für Luftgewehre und Luftpistolen. Etwa 40 Schützen in 7 Mannschaften nehmen gegenwärtig an Wettbewerben der Schießsportabteilung teil.
Der größte Erfolg bisher war der Titel eines Diözesanschülerprinzen. Aus der Schießsportabteilung sind 1976/77 die Jungschützen hervorgegangen. In dieser Gruppe sind heute 41 Jugendliche zusammengefaßt.
Der gesamte Schützenverein hat zur Zeit 563 Mitglieder, von denen die Aktiven in zwei Züge aufgeteilt sind.
Wird fortgesetzt!
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