Auf den Spuren des gemeinsamen Pfarrpatrons - Ein Festabend mit den Giganten
An einem Herbstwochenende besuchten 40 Boker Bürgerinnen und Bürger, unter der Leitung des Heimatvereins, ihr Partnerdorf Quérénaing in Nord-Frankreich.
Höhepunkte des Partnerschaftstreffens waren ein Besuch in Crespin und ein Festabend mit einer besonderen Überraschung.
Während der beiden Besuchstage waren die deutschen Gäste in Gastfamilien untergebracht. Durch die familiäre Atmosphäre konnten Freundschaften vertieft und neue Kontakte geknüpft werden. Online-Übersetzer auf dem Smartphone halfen bei der Konversation.
Bei der Ankunft in Quérénaing wurde die Boker Gästegruppe von der Musique de Quérénaing in Empfang genommen. Die Gäste wurden von Bürgermeisterin Sarah Maitte und Hervé Lainé, dem Leiter des Partnerschaftskomitees, begrüßt. Im Rathaussaal wurden sie bei einem Empfang mit ihren Gastfamilien bekannt gemacht.

Am Nachmittag besuchten die Partnerschaftsfreunde von Quérénaing und Boke die Stadt Crespin. Bei einer Führung lernten sie die Wirkungsstätte des gemeinsamen Patrons St. Landelinus kennen. Für Boke hat dieser Ort eine besondere Bedeutung, denn im Jahr 836 wurden die Reliquien des Heiligen aus der ehemaligen Abtei in Crespin nach Boke überführt.
Bürgermeister Philippe Golinval, die Vertreter der Gemeinde und der Verein „Freunde von St. Landelin“ freuten sich, die Teilnehmer aus Boke und Quérénaing in Crespin begrüßen zu können.
Jean-Marc Hannebique, der Vorsitzende der historischen Gesellschaft von Crespin, führte die Besucher durch den Ort und Christophe Bottiau übersetzte in die deutsche Sprache.

(v. li. n. re.) Christophe Bottiaue sorgt für die Übersetzung. Marc Hannebique von der "Historischen Gesellschaft" in Crespin gibt Erklärungen zu der Quelle. Aufmerksame Zuhörer sind Philippe Golinval, der Bürgermeister von Crespin und Sarah Maitte, die Bürgermeisterin von Quérénaing. (S)
Die Führung begann mit der Besichtigung der Landelinus-Quelle. Die kräuselnden Wellen der ergiebigen Quelle gaben dem Ort Crespin seinen Namen. Das Wasser, des mit Steinen eingefassten Quellbeckens, speist den Fluss „Hogneau“ hinter der alten Abtei.
Selbst in diesem heißen Sommer blieb der Wasserausstoß konstant.
Jedes Jahr im Juni besuchen Gläubige in einer Prozession die Quelle und die kleine Kapelle.
Einige Besucher genossen das Gefühl, das frische Quellwasser durch ihre Hände laufen zu lassen.

Die weitere Besichtigungstour führte zu den Überresten der Abtei von Crespin. Das Kloster, wurde 673 von St. Landelin gegründet und hatte bis 1802 Bestand. Aus der Gründerzeit sind nur die Säulen der Klosterkirche erhalten geblieben; die restlichen Gebäude stammen aus dem 16. Jahrhundert. Im Jahr 686 starb Abt Landelin; er wurde in der Abtei beigesetzt.

Einen besonderen Blick konnte man auch auf die Ausstattung der Kirche in Crespin werfen. Von Interesse waren hier Glasfenster mit den Motiven der Weggefährten des Heiligen.
Anschließend gab es einen Empfang im Gemeindesaal von Crespin.
Josef Schäfermeyer vom Boker Partnerschaftsarbeitskreis stellte das Lippedorf vor und lenkte den Blick zurück auf die geschichtlichen Anfänge der Partnerschaft zwischen Boke und Quérénaing.
Der Schutzheilige aus Crespin ist das Bindeglied dieser Beziehung.
Zur Erinnerung an den Besuch überreichte er Bürgermeister Philippe Golinval eine Luftaufnahme von Boke, auf dem das Wappen des Dorfes, die Kirche St. Landelinus und der Reliquienschrein des Heiligen im Vordergrund stehen.
Bei dem Empfang wurden auch die in Crespin verbliebenen Reliquien des St. Landelin präsentiert. Besondere Beachtung fand bei den Teilnehmern das Armreliquiar des Heiligen.
Eine noch größere Aufmerksamkeit zog der Blick auf den Unterkiefer des Heiligen in einer Reliquienmonstranz auf sich. Vom Anblick ergriffen, trieb es manch Einem einen Schauer über den Rücken.
Nach der Rückkehr wurde in Quérénaing ein feierlicher Gottesdienst in der St. Landelin Kirche von Abbé Frédéric Loyez zelebriert. Zum Abschluss des Gottesdienstes überreichte er den Bokern ein Bild mit dem "Sämann", einem Motiv, das sich in einem der neuen Kirchenfenster wiederfindet.
Eine große Überraschung gab es beim Festabend im „Salle multispactle“. Hier wurden die Festgäste von dem Riesen von Quérénaing, Landelin der Wanderer, und dem Riesen von Crespin, Alexander der Müller, begrüßt.
Diese riesigen Figuren haben in Nordfrankreich eine lange Tradition und sind ein Symbol für das Dorf.
Quérénaings neuer Gigant ist 2,5 m groß und wiegt 100 kg. Die Glieder können wie bei einer Marionette bewegt werden.

Bürgermeisterin Sarah Maitte erklärte: „Die Idee für Landelin der Wanderer verdanken wir Hervé Lainé, dem Leiter des Partnerschaftskomitees. Den Giganten bauten Arthur Loeuil, Martin Lefebvre und Brigitte Paniez.
Der Name für den Riesen ist kein Zufall, denn Quérénaing liegt an einem Jakobsweg und hat eine eigene Wandergruppe. Ich hoffe, er wird zu einem Botschafter des Dorfes und trägt dazu bei, dass auch zukünftige Generationen die Geschichte und das kulturelle Erbe des Dorfes kennenlernen.
Um das Zeichen der Freundschaft weiter zu stärken, haben wir Landelin den Wanderer, auch einen menschlichen Paten gegeben, das Dorf Quérénaing und das Dorf Boke.“

In einer Zeremonie wurde Landelin der Wanderer von Abbé Frédéric Loyez gesegnet und Alexander der Müller, der Riese von Crespin, ihm als Pate zur Seite gestellt.
Bürgermeisterin Sarah Maitte freute sich über den neuen Botschafter des Dorfes. Sie bedankte sich bei Crespins Bürgermeister Philippe Golinval, der in Begleitung des Riesen, Alexander der Müller gekommen war, für die Übernahme der Patenschaft.

Weiter erinnerte Sarah Maitte: „Wir müssen die Freundschaft lebendig halten, damit auch künftige Generationen sich begegnen und gemeinsam die Jubiläen dieser Partnerschaft feiern können.
Heute Verbindungen für die Generation von Morgen zu schaffen, das ist sicherlich einer der schönsten Gründe, die Partnerschaft lebendig zu halten.
Seit 36 Jahren ermöglicht unsere Partnerschaft uns zu treffen, miteinander zu teilen, unsere Kultur zu entdecken und vor Allem Freundschaften zu schließen.
Gerade in der Zeit in der wir heute leben, sind solche Momente wichtiger den je. Sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, aufeinander zu zugehen, einander kennen zu lernen und einander zu verstehen.“

Anschließend bedankte sich der Heimatvereinsvorsitzende Paul Bentler für den informativen Besuch in Crespin und bei dem Organisationsteam.
Er fuhr fort: „Der Abend wurde in der frisch renovierten Kirche begonnen. Herzlichen Dank an Abbé Frédéric Loyez für die Messe und das wundschöne Bild, welches uns übergeben wurde. Ich persönlich finde es toll, dass der Gottesdienstbesuch in das offizielle Programm unseres Besuches aufgenommen wurde. St. Landelinus ist schließlich unser Namenspatron und hat unsere beiden Gemeinden zusammengebracht. Und deshalb gehört er ja auch dazu. Die Kirche ist nicht nur ein Ort des Glaubens. Sie ist Geschichte, sie ist Kulturgut und sie ist die Identität des Ortes bei uns in Boke und ja auch in Quérénaing.
Ich selbst habe die vollständig renovierte Kirche heute Abend das erste Mal gesehen.
Und die ist richtig schön geworden; auf diese Kirche könnt ihr richtig stolz sein.“

Crespins Bürgermeister Philippe Golinval, Quérénaings Bürgermeisterin Sarah Maitte und Hervé Lainé, der Leiter des Partnerschaftsarbeitskreises, hören interessiert seiner Rede zu. (S)
Besonders freute sich Bürgermeisterin Sarah Maitte über ein Geschenk der Boker Freunde.
Zum Zeichen der 36-jährigen Partnerschaft überreichten die Partnerschaftsfreunde aus Boke ein Bild mit der Partnerschaftslinde.

Bei
derÜberreichung des Geschenks sagte Paul Bentler: „Unser Partnerschaftsarbeitskreis hat ein kleines Präsent vorbereitet.
Er hat ein Bild mit der Partnerschaftslinde erstellt. In der Linde befinden sich Fotos mit besonderen Ereignissen und Highlights der Partnerschaft.
Beginnend mit der Gründung der Partnerschaft in der unteren Baumkrone bis hin zum letzten Treffen im oberen Bereich.
Und so soll, wie die Linde, die Partnerschaft weiter wachsen und gedeihen."

Auch für das Organisationsteam in Quérénaing gab es Präsente. Susanne und Heinz-Jürgen Rüenbrink vom Arbeitskreis überreichten Miniaturskulpturen der Bremer Stadtmusikanten.

Nach dem Festakt wurde ein Abendessen serviert.
Ein DJ sorgt für eine phantastische Stimmung. Mit seiner Musikauswahl traf er den Geschma ck der Tänzer und sorgte bis spät in die Nacht für eine volle Tanzfläche.
Der Sonntagmorgen war geprägt von den Aktivitäten der Gastfamilien, die für ihre Gäste ein individuelles Besuchsprogramm zusammengestellt hatten.
Zum Mittag gab es eine Tanzshow mit einer Country-Tanzgruppe. Nach einem Crash-Kurs konnten auch die neuen Tanzlehrlinge mittanzen.

Danach konnte man sich bei einem reichhaltigen Buffet stärken, welches von den französischen Freunden mit viel Einfallsreichtum zubereitet worden war. Die Dekoration des Buffets regte die Phantasie an und ließ das Auge mitessen.
Zur Unterhaltung der Sportbegeisterten war draußen auf dem Multifunktionsspielfeld ein aufblasbarer Menschenkicker aufgebaut.

Bürgermeisterin Sarah Maitte winkt zum Abschied - Auf Wiedersehen beim nächsten Partnerschaftstreffen in Boke.
Auch Ulrich Bußemaß (re.), welcher bei dem Partnerschaftstreffen für die Übersetzung sorgte, verabschiedet sich. Er tritt die Heimreise später mit dem Zug an. (U)
Nach der Kaffeetafel hieß es Abschied nehmen von den französischen Freunden.
Ein Wiedersehen gibt es bei dem nächsten Partnerschaftstreffen in Boke.
Ein besonderer Dank geht an alle die zum Gelingen dieses Partnerschaftstreffen beitgetragen haben.
Auch an die Übersetzer Hervé Lainé und Ulrich Bußmas geht ein "Danke schön", denn sie haben bei dem Partnerschafstreffen für eine problemlose Kommunikation gesorgt.
Einen Bericht und Fotos von diesem Partnerschaftstreffen gibt es auch auf der Internet-Seite von unserem Partnerdorf Quérénaing
Den Bericht "Week-end jumelage Quérénaing-Boke" und eine Fotogalerie über das Partnerschafstreffen in Quérénaing gibt es auf der Internet-Seite unseres Partnerdorfs.
Hier der Link zur Internet-Seite der Gemeinde Quérénaing:
https://www.querenaing.fr/week-end-jumelage-querenaing-boke/
05.11.2026 Fotos: Cordula Figgemeier (F), Wolfgang Uhling (U), Josef Schäfermeyer (S

